Bericht von Mauterndorf am 06.01.2008

 


Zwei Jahre Vorbereitung, unzählige Gespräche und Treffen zur Planung, zwei Absagen im vergangenen Jahr, dies alles ging dieser Veranstaltung voraus.

Auch heuer war das Rennen am Rande einer Absage. Die letzten Schneefälle lagen schon vier Wochen zurück, aber die winterliche Kälte im Lungau konservierte den Schnee über Wochen und ließ uns schlussendlich doch die Entscheidung treffen, das Rennen durchzuführen.

Die letzte Inspektion erfolgte durch Peter Lanngguth am Silvestertag. Dass es nicht leicht werden würde, war uns von Anfang an klar.

Am Mittwoch erfolgte die Anreise, am Donnerstag ging es mit den Arbeiten los.
Je mehr diese fortschritten, umso mehr mussten wir erkennen, dass es einen außerordentlichen Aufwand erfordern würde um alles zeitgerecht zu erledigen.

Durch die große Kälte war der Schnee sehr trocken. Der gefrorene Boden und die dünne Schneeauflage machten es fast unmöglich, Pfosten oder Stangen ohne Bohrer zu verankern.
Die Akkubohrer hatten bei der Kälte auch nur einen geringen Wirkungsgrad und so mussten viele Löcher mit Stakeoutstangen vorgeschlagen werden.
Etwas leichter war es im Start-Zielgelände, da die Gerätschaft vom Hangar aus jederzeit wieder aufgeladen werden konnte.
 
Schon die ersten Aktionen vermittelten den Eindruck, dass die Mauterndorfer einschlägige Erfahrungen aus diversen Veranstaltungen mitbrachten, denn die Handgriffe und wie sie an meine Vorgaben herangingen, zeigte ihre große Professionalität.

Der Donnerstag war der Tag für das Grobe, am Freitag wurde der Feinschliff aufgebracht. Auf ca. 1,5 Kilometern wurde noch zusätzlich Schnee auf den Trail geschaufelt. Ganz schwierig war es auf dem Hohlweg neben dem Bach.
Von den Kutschenfahrten rührten  sicherlich einige tausend Hufabdrücke her, die zum Teil bis auf den Boden reichten und mit Schnee gefüllt werden mussten.
Die Namen aller zu erwähnen, die dabei geholfen haben, würde den Rahmen sprengen, aber durch ihre Mithilfe haben sie einen wesentlichen Teil zum Durchführung des  Rennens beigetragen.
Meinen Dank habe ich hoffentlich allen ausgedrückt, sollte ich es bei jemand nicht getan haben, so möchte ich mich hier an dieser Stelle nochmals bei allen Helfern bedanken.

Nach Einbruch der Dunkelheit waren die Arbeiten am Trail dann beendet, die administrativen Arbeiten aber noch lange nicht. Die Startliste musste erstellt und kopiert werden und der Ablauf der Veranstaltung mit allen Beteiligten besprochen werden.

Durch die Absage in Elmen sahen wir uns einem Starterfeld von über hundert Startern gegenüber.

So musste ich an den letzten Tagen noch etliche Musher abweisen, da wir für die  Veranstaltung am Ende unserer Kapazitäten angelangt waren.

Donnerstag am Abend fand dann noch eine letzte Besprechung mit den Verantwortlichen aus Mauterndorf statt. Ich kann immer nur betonen, dass wir dort kongeniale Partner gefunden haben.

Die Startnummernausgabe sprengte bereits  die räumlichen Möglichkeiten.

Der Samstag begann für mich um 4.00 Uhr Früh. Nachdem am Vorabend einige ihre Anmeldungen änderten, musste ich die Listen für den Start und Zielbereich, sowie für die Streckenposten noch ändern.
Um 09.00 Uhr war die Musherbesprechung angesetzt. Meine Worte, dass es sich um einen besonders schweren Trail handeln würde, wurden nicht so richtig ernst genommen, die meisten gingen davon aus, dass es sowieso nur flach dahin geht.
Das Problem aber bestand darin, dass durch den schlechten Lichteinfall kaum ein Unterschied zwischen präparierter und nicht präparierter Strecke ersichtlich war.

Um die Situation etwas zu entschärfen, musste ich auf den ersten  400 Metern, die kerzengerade über das Flugfeld führten noch Richtungspfosten und Farbspray aufbringen. Auch hier halfen unsere Vereinsmitglieder in einer selbstlosen Aktion mit.

Um zehn Uhr eröffnete Ludwig Kreuzer den Bewerb. Bis 13.30 Uhr gingen 95 weitere Starter ins Rennen. Viele kamen erschöpft ins Ziel und waren zum Teil von den Bedingungen überfordert.

Ich konnte ihre Situation gut verstehen, ich war ja auch in zwei Kategorien am Start. Zu Hause trainieren wir auf Wegen, die durch Wald, Wiesen oder Äcker begrenzt sind. Meist kennen die Hunde die Abzweigungen und wissen ganz genau, wo sie die Richtung ändern müssen.
Auch bei den meisten Rennen führen die Trails über ähnliches Terrain oder ist die Spur durch das  Pistengeräte vorgegeben.

Es war uns nicht möglich, den Trail über 15 Kilometer mit Netzen und Absperrbänder zu einer Autobahn umzufunktionieren, daher entwickelte sich dieses Rennen zu einer wirklichen Herausforderung.
Von den 1500 Metern Absperrbändern die wir von der Firma Royal Canin zur Verfügung gestellt bekamen, ist kein Meter übergeblieben.
Netze mit einer Gesamtlänge von 300 Metern wurden aufgestellt.

Die Bedingungen waren für alle gleich, bis auf drei Starter haben alle die Strecke bewältigt.

Dass manch ein Musher seinen Frust an den Organisatoren auslassen musste, ist für mich, in einer gewissen Weise verständlich und menschlich.

Besonderer Dank gebührt den Mushern, die uns mit ihrer Erfahrung zur Verfügung standen und mit Ratschlägen unterstützten.

Sofort nach Beendigung des ersten Laufes  bis zur hereinbrechenden Nacht gingen wir daran, diese Tipps und Ratschläge umzusetzen. Unter der Mithilfe von Bernd Sauerhöfer und Hans Puschmann (stellvertretend für alle Musher die mitgeholfen haben) wurden einige Streckenabschnitte neu verlegt und versucht, die Trailbedingungen zu verbessern.

Schon bei diesen Arbeiten zeichnet sich aber der stürmische Wind ab, der die kommende Nacht all die Arbeit wieder zunichte machen sollte.

Ein grandioses Ambiente im Schloss Mauterndorf, vorzügliches Essen und eine gemütliche Atmosphäre bildeten den Rahmen des Musherabends. Der Rittersaal bot Platz für 120 Personen und in der benachbarten Stube fanden die Spätan-kömmlinge Platz.

Um 22 Uhr hatte es immer noch 4 Grad und der Sturm wurde immer stärker und ließ auch in der restlichen Nacht kaum nach.
Am Morgen bot sich dann ein Bild der Verwüstung. Transparente und Netze lagen am Boden und waren zum Teil über das ganze Flugfeld verteilt.

Der Schnee im Startbereich war nicht mehr vorhanden. Dieser Bereich hätte um einige Meter verlegt werden können, aber das größte Desaster bot sich auf dem Streckenabschnitt Richtung St. Michael.
Abschnittweise war nur noch die Wiese zusehen und schon nach wenigen Metern mit dem Skidoo mussten wir resignierend feststellen, dass es unmöglich war, den Trail wieder in einen rennfähigen Zustand zu bringen.

Somit erfolgte um 9.00 Uhr, im Rahmen der Musherbesprechung, die Absage des zweiten Durchganges.
Die Siegerehrung wurde für 12.00 Uhr angesetzt, die Wertung beruhte auf den Ergebnissen des ersten Laufes.

Zum Abschluss möchte ich all den Kritikern zu bedenken geben, dass wir uns alle bemüht haben, trotz widriger Bedingungen  ein Rennen möglich zu machen. Eine Absage wäre wesentlich einfacher gewesen. Leider blieben die umfangreichen Bemühungen großteils  unbelohnt, weil es trotzdem nicht möglich war, optimale Bedingungen zu schaffen. Dafür wollen wir im nächsten Jahr bei hoffentlich besseren Wetterbedingungen  sorgen.

Klaus Bäumel