
Sprint-WM 2007
Auronzo di Cadore
09. - 11.02.2007
Bei der Sprint-WM 2007 standen insgesamt 151 Musher aus Deutschland, Holland, Italien, Slowenien, Tschechien, Slowakei, Schweiz, Dänemark, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Monaco und 17 Teilnehmer aus Österreich am Start.
Während der gesamten Veranstaltung herrschte unter den österreichischen Startern eine angenehme, gelöste Stimmung sowie freundschaftliches Einvernehmen und ein Zusammenhalt, der durch die Ereignisse am letzten Renntag noch deutlicher erkennbar wurde.
Am ersten Tag der Weltmeisterschaft war der Trail noch relativ tief und weich, an den darauf folgenden Tagen etwas härter. Bedingt durch die Streckenführung (viel im Wald und dann im auch im freien Gelände) stellte die Präparierung der Ski und Kufen für Markus Rotter von der Firma RSS-Schlitten eine große Herausforderung dar, er war eigens nach Auronzo angereist und stellte sich alle drei Tage dem Österreicher-Team als Waxspezialist zu Verfügung. Schon in aller Früh wurden die Kufen zum Zelt gebracht, Max arbeitete unermüdlich, bis der letzte österreichische Starter am Trail war. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Max Rotter (Firma Rotter-Schlitten), der mit diesem Service sicher auch maßgeblich zu den Erfolgen der österreichischen Starter beigetragen hat.
Gerald Schinzel und Karl Rehner hatten sich schon zuvor bei den FSTC-Delegierten für ein kostenloses Doghandleressen eingesetzt, diese hätten für das Essen beim Musherabend 15.- Euro bezahlen. sollten. Die Verantwortlichen der FISTC ließen sich überzeugen, für die Doghändler wurden zusätzlich Essensmarken ausgeteilt. Herzlichen Dank an Gerald Schinzel und Karl Rehner für ihr Engagement.
Zum Abendprogramm mit Musik und Volkstänzen konnte der Großteil der Musher nicht mehr bleiben, weil zu dieser Zeit die Hunde hinausgelassen werden mussten. So gesehen endete der Samstagabend bei den meisten Sportlern eher zeitig, für das WM-Finale am Sonntag wollten alle ausgeschlafen sein und noch einmal eine maximale Leistung erbringen. Am letzten Tag der WM konnte Klaus Bäumel, der in der Kategorie Pulka gestartet war, seinen Vorsprung aus den ersten beiden Läufen sicher ins Ziel bringen. Unter lebhafter Anfeuerung seiner Musherkollegen, die österreichischen Fahne in der Hand, überfuhr er die Ziellinie und wurde Weltmeister.
Als zweiter Österreicher beendete der regierende MD-Vize-Europameister Wolfgang Hammerschmied in der Kategorie O das Rennen mit der Platzierung auf dem 5.Rang, eine beachtenswerte Leistung für den MD-Spezialisten, der im Anschluss an dieses Rennen zum Start bei der MD-Europameisterschaft nach Pian Cansiglio weiterfuhr. Unsere besten Wünsche für diesen Bewerb begleiten ihn! Weltmeister in dieser Kategorie wurde der Italiener Claudio de Ferarri .
Dieter Gramberger beendete seinen Lauf in der Kategorie B1 auf Rang 13, Günter Takacs konnte nach einem Bruch einer Kufe am zweiten Renntag nicht mehr starten. Karl Rachbauer belegte nach dem zweiten Renntag den 2.Rang, er konnte auch am dritten Tag eine konstante Leistung erbringen und holte sich verdient den Vize-Weltmeister, Den Weltmeistertitel errang erwartungsgemäß Georg Patsch aus Deutschland.
Gerald Osterbauer, der in der heurigen Saison erstmals in der Kategorie C1 am Start steht, konnte sich täglich um einen Platz verbessern und landete bei seinem ersten internationalen Großevent in dieser Kategorie auf dem 9.Rang unter landete somit unter den Top-Ten. Im Hinblick auf die geringen Zeitdifferenzen und das große Starterfeld zeigte er sich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden.
Thomas Reuter beendete das Rennen auf Platz 29, Karl Rehner auf Platz 35. Cornelia Rehner konnte wegen einer Verletzung nicht an den Start gehen. Weltmeister dieser Kategorie wurde der Italiener Giovanni Nardelli. Für große Aufregung sorgten die nachfolgenden Ereignisse in der Kategorie D1. Jürgen Hierzer belegte nach dem zweiten Lauf hinter dem Franzosen Marchal Platz 2.
Hinter ihm lag Tobias Hager, gefolgt vom amtierenden Europameister Laboure. Jürgen Hierzer überholte Marchal und Laboure und kam als Weltmeister über die Ziellinie. Er zeigte jedoch im Zielraum Marchal gegenüber Emotionen, weil dieser nach dreimaliger Aufforderung „Trail Stopp“ nicht stehen geblieben war. Daraufhin wurde er von der FISTC-Jury disqualifiziert. Ein zeitgerecht eingebrachter Protest (vielen Dank an Franz Weisscher für seine Unterstützung) wurde von FISTC-Präsident und Race-Marshal Manato nicht angenommen. Aufgrund der Disqualifikation lautete die Wertung: Laboure Platz 1 und Weltmeister, Marchal 2.Platz und Vize-Weltmeister, Tobias Hager Platz 3.
Christoph Rotter belegte Platz 5, Bianca Jasinski den 19.Platz und Peter Blumauer Platz 21. Was in Jürgen Hierzer, der eine so hervorragende sportliche Leistung erbracht hatte, dann vorging, braucht man nicht zu erklären. Jeder der Anwesenden versuchte, für ihn tröstende Worte zu finden und ihn irgendwie aufzurichten. Bei der anschließenden Siegerehrung, an der Jürgen dann auch teilnahm, um die Erfolge seiner Sportkameraden zu würdigen, flossen nicht nur bei Jürgen und seiner Familie Tränen. Bei dieser Gelegenheit wurde für Jürgen der Titel “Weltmeister der Herzen“ kreiert.
|