
Bericht von
Seckau 2009
EINLEITUNG Der Kreis hat sich geschlossen. Schicksal und Zufall führten Regie. Wie so oft schreibt das Leben eben die besten Geschichten, zb. Seckau, ein Traditionsort für Winterveranstaltungen, als neue Location für Trainingslager und Wagenrennen zu entdecken. Schlussendlich knüpfte Maria Steffelbauer die ersten Kontakte zu Willi Eisenbeutel. Zur Feier des 20jährigen Bestehens hätte es keinen besseren Ort geben können, aber erst der Tod von unserer Ehrenpräsidentin und Gründerin Brunhilde Mayr und die Absage aus Payerbach führten uns zu den Wurzeln des ÖSHS nach Seckau zurück. Die Idee, diesen Event im Gedenken an Brunhilde Mayr zu veranstalten, war rasch geboren. Treibende Kraft dahinter war, wie auch schon in den Anfangsjahren des ÖSHS, einmal mehr Willibald Eisenbeutel. Welch turbulente Zeiten dieser Verein schon durchgemacht hatte, wissen die meisten von uns nur durch Erzählungen. Eben diese Erzählungen waren es, die den abendlichen Gesprächstoff lieferten. Zwei ganz markante Ereignisse gaben dabei den Ausschlag. Das Erste war der gemeinsame Gottesdienst, an dem nicht nur alle anwesenden Teilnehmer des Trainingslagers teilnahmen, sondern auch viele Bürger der Gemeinde. Die tiefe Verbundenheit der Gemeinde mit dem Schlittenhundesport brachten dann der Pfarrer Johannes Frager und Kaplan Leo Liedermann, während der Messe zum Ausdruck. Mich, und ich glaube hier auch im Namen des gesamten Vorstandes zu sprechen, erfüllt es mit Ehre, die Geschicke dieses Vereines für einen gewissen Zeitraum mit zu gestalten. PROLOG Zur Einleitung des Trainingslagers musste unsere Tierärztin Ursula Schneeberger kräftig schufften. Über 70 Hunde waren zu impfen. Mit Unterstützung von Eva Pfannhauser, die Ursula zur Hand ging und professionell die Spritzen für die Impfungen aufzog, und Andrea Astelbauer, die den administrativen Part übernahm, gelang diese Aktion, ohne dass die Hunde unnötigem Stress ausgesetzt wurden. Da in den ans Stake Out angrenzenden Wäldern die Jägerschaft ihre herbstliche Jagd abhielt, standen am Wochenende drei Kilometer Wiesentrail zum Trainieren zur Verfügung. Der Sonntag stand im Zeichen der Gemeinde. Speziell für die Einheimischen organisierten wir eine Hundeausstellung, bei der der schönste Hund der Gemeinde Knittelfeld gewählt wurde. Für die Knirpse, die sich selbst nicht zutrauten, die Strecke alleine zu bewältigen, fanden sich genügen Sportler des ÖSHS, die ihre Hilfestellung anboten.
TRAININGSLAGER
Auf Grund der hohen Temperaturen gab es Bedenken, das Training erst ab neun Uhr zu starten. Ein kurzes Gespräch mit Willi Eisenbeutel und die Situation war geklärt, danach machten sich die ersten Teams schon um acht Uhr auf den Weg.
Besonders die Bachdurchfahrt bereitete anfangs doch vielen Hunden mehr Schwierigkeiten als erwartet. Das Terrain mit den anfänglichen Steigungen, der darauf folgenden Abfahrt und den letzten Kilometer über die große Wiese war für ein optimales Training mehr als geeignet. Nach den morgendlichen Trainingsrunden, die meist bis neun Uhr fertig waren, gab es vielseitige Möglichkeiten, den restlichen Tag zu verbringen. Am Mittwoch veranstalteten wir daher einen Wandertag auf die Grafenalm, auf der schon im Jahre 1810 Prinz Erzherzog Johann übernachtete.
Entlang des Weges fanden sich immer Möglichkeiten, den Hunden etwas Abkühlung zu verschaffen. Donnerstags abends fand dann der Gedenkgottesdienst zu Ehren von Brunhilde Mayr in der Abtei in würdevollem Rahmen statt.
Was viele heute nicht mehr wissen, sie war die treibende Kraft bei der Gründung des ÖSHS und unsere erste Präsidentin. In den letzten Jahren wurde es leider immer stiller um sie und erst ihr Tod im Mai des heurigen Jahres führte sie wieder in unsere Erinnerung zurück. DAS „RENNEN“ Der Freitag stand dann im Zeichen der letzten Vorbereitungen für das Rennen. Absperrungen, Container und ein riesiger Getränkestand wurden herbeigekarrt und es entstand ein kleines Donovaly-Start/Zielgelände. Die Seckauer ließen keinen Zweifel darüber aufkommen, dass sie nicht 100%ig hinter dieser Veranstaltung stünden. Die Erstellung der Startliste wuchs zu einer richtigen Herausforderung an, denn da es ja im Prinzip nicht mehr als ein Trainingslauf mit Zeitnehmung war, wollten wir natürlich allen Wünschen gerecht kommen. Der Samstag begann mit dem Aufbau der Straßensperren, da der Trail zwei Mal die Gemeindestraße querte. So war der gesamte Verkehr von 8 – 13 Uhr gesperrt und wir konnten den Trail ohne Streckenposten optimal absichern. Die Startzeit hatten wir in den Tagen zuvor schon auf 10 Uhr vorverlegt. Die wirklich kühlen Temperaturen am Morgen und der bewölkte Himmel ließen für das Rennen optimale Bedingungen erwarten.
Dies, das herrliche Wetter und die lockere Stimmung waren ausschlaggebend, dass ein gelungener Tag seine Fortsetzung im Musherabend und bei den Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen des ÖSHS seinen Abschluss fand. DAS EVENT
Zwanzig Jahre – welcher reinrassige Schlittenhundesportklub kann auf eine solche Tradition zurückblicken? Vor allem sind Musher aus den ersten Stunden immer noch Mitglied bei diesem Verein. Urgestein ist das treffende Wort für einen Hans Molcik, Kurt Gruber und nicht zu vergessen Maria Steffelbauer, die Gründungsmitglied im Jahre 1989 war.
Nachdem sie als Zeitzeugin über die Anfänge des Vereins berichtete, wurde sie, da sie auch nach all den Jahren dem Vorstand immer noch in ihrer Funktion als Vize-Generalsekretärin zur Verfügung steht, mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Einen großartigen Einblick lieferte dann Hans Molcik mit seinem Filmbericht aus den Anfängen des Schlittenhundesports in Österreich. Der mit viel Liebe und Akribie zusammengestellte Beitrag veranschaulichte, dass diese Leute noch wirkliche Pioniere waren. Wie es zu einer Geburtstagsfeier diesen Ausmaßes gehört, fanden auch viele Ehemalig den Weg zur Feier. So konnten wir Herbert Bayer (Weltmeister und Pirena-Gewinner) mit seiner Frau, Willi Seichter mit seiner Familie, Manuela Krulis und Andreas Kohlberger begrüßen. Auch Wolfgang Hammerschmid kam extra nach Seckau zur Feier angereist. Der Raum war erfüllt von Geschichten, wie sie eben das Leben geschrieben hat. DAS „RENNEN“ Schon am frühen Morgen befand sich keine Wolke am Himmel und es war zu erwarten, dass schon zur geplanten Startzeit die Temperaturen über zehn Grad liegen würden. Mit großer Begeisterung wurde die Entscheidung zur Kenntnis genommen und alle hatten somit die Möglichkeit, freiwillig und ohne Druck, aber unter Rennbedingungen, einfach für sich und die Hunde Situationen zu üben und Erfahrungen zu sammeln. Das wirklich nicht wichtige Endergebnis findet ihr unter „Ergebnisse“ auf der Homepage www.schlittenhundesport.at EPILOG Zum Schluss wollen wir uns noch einmal, stellvertretend für alle, bei denen bedanken, die für die gelungene Veranstaltung stehen. Da ist einerseits Maria Steffelbauer, die von Anfang an dem Verein tatkräftig zur Seite gestanden ist, andererseits unser Hans Molcik, der dem Verein auch als Vorstandsmitglied zur Verfügung stand und bei dem wir uns für seinen filmischen Rückblick noch einmal ganz herzlich bedanken wollen. Unser Dank gehört vor allem auch der Marktgemeinde Seckau und hier im Speziellen Willibald Eisenbeutel. Er hat uns unsere Wünsche von den Augen abgelesen, uns jede erdenkliche Hilfestellung gegeben und uns gezeigt, was wir gemeinsam auf die Beine stellen können. Weiterer Dank gilt den Grundeigentümern, allen voran der Abtei Seckau, den privaten Grundeigentümern und allen Helfern der Gemeinde und der Freiwilligen Feuerwehr. Ich hoffe, dass wir unseren Part so zu seiner Zufriedenheit erfüllt haben, dass Seckau nach den vielen Jahren im Wintersport nun zum Mekka der Wagenrennen wird.
Vielen Dank Willi !!!! Abschließend, denn ohne Sponsoren könnten solche Veranstaltungen kaum organisiert werden, möchten wir uns bei Dr. Anita Pachatz und Ing. Wolfgang Kren bedanken. Royal Canin ist seit vielen Jahren ein verlässlicher Partner des ÖSHS-HSV.
Text: Klaus Bäumel
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