Bericht von Ottenschlag 2010

 

  1. Schlittenhunderennen „Winteropening 2010“

Ottenschlag 04.-05.12.2010

Mir fällt es schwer, Worte zu finden, denn nach bangen Stunden, Schneechaos in ganz Österreich und einem Experiment, welchen wir uns noch nie gestellt hatten, entschädigen diese bleibenden Eindrücke für alles, was danach aussah, dass es auch schief gehen könnte.

Schon vor drei Jahren machten uns die Verantwortlichen in Ottenschalg darauf aufmerksam, dass wir bei ihnen auch ein Schneerennen austragen könnten. Damals gingen wir knapp daran vorbei. Denn der erste Schnee, einhergehend mit Sturmböen an die 100 Km/h, kam sehr überraschend und wir konnten die Wagensaison im winterlichen Ambiente beenden.

Es machte sich immer schön in den Ausschreibungen, dass wir sowohl Schnee- als auch Wagenrennen durchführen könnten. Den Wahrheitsbeweis hoffte ich, niemals antreten zu müssen.
Der Wettergott hatte nderes mit uns vor. Der erste Schnee viel fünf Tage vor dem Rennen, dann Temperaturen an die minus 20 Grad.
Mit viel Bauchweh, denn mittlerweile war es unmöglich, durch Räumen einen für Wagen und Räder befahrbaren Trail zu schaffen, entschieden wir uns für ein Winteropening, welches es am ersten Wochenende im Dezember noch nicht gegeben hatte.
 
Von Seite der Ottenschlager alles kein Problem. Als ich Donnerstag schon meinen Wohnwagen rauf brachte, um den zu erwartenden Straßenbedingungen zu entgehen, fand ich das Stake Out unter einer rund 40 cm dicken Schneedecke. Der Trail lag sprichwörtlich jungfräulich unberührt im winterlichen Wald.

Meine Bedenken wurden im Telefonat mit Alfred Völker bei Seite geschoben. „Heute wird der Trail noch gespurt und der Platz geräumt.“ Ich solle mir keine Sorgen machen.
Also gut – keine Sorgen!
Freitag 14 Uhr. Ich traue meinen Augen nicht. Der einzige Unterschied zu gestern, es schneit unaufhörlich auf den jungfräulichen Weg und das schneebedeckte Stake Out.

In diesem Augenblick bereute ich es, dass wir uns darauf eingelassen hatten. Die Hydraulik des Pistengerätes war eingegangen. Aber es kämen gleich zwei Bagger, die räumten. Während der eine spärlichen Platz schaffte, fuhr der andere funkensprühend mit Höllentempo über die Straße, welche als Zieleinlauf gedacht war.

Spät abends funktioniert das Pistengerät halbwegs und der Trail wurde gespurt. Unserer Ansicht nach zu spät, aber zum Glück hatten wir in unserer Ausschreibung gebeten, Trainingsmaterial zu verwenden.

Am frühen Morgen, das Pistengerät ist zur ausgemachten Zeit immer noch nicht hier, das Stake Out, für die noch zu erwartenden Musher einfach zu wenig geräumt.
Alles, was mit der Gerätschaft umgehen kann, wird mobilisiert. Auch Alfred hatte erst am Vorabend gelernt, wie man mit einem Pistenbulli umgeht und fuhr nun zum ersten Mal alleine auf diesem Gerät.
Wir fuhren mit, um die Tafeln zu setzen, absperren brauchten wir nichts, denn es führte nur eine Spur durch den Wald.

Dann - der Moment, wo die Sonne durch die Bäume drang und die Schneekristalle zu funkeln begannen. Karl und ich konnten uns nicht satt sehen. Es war ein Traum. Winterlandschaft, wie man sie nur selten zu Gesicht bekommt und das alles konnten die Musher in wenigen Stunden auch sehen.

Allen, die dabei waren, brauche ich es nicht zu erzählen, allen, die nicht dabei waren möchte ich es nicht erzählen, denn meine Worte würden nicht ausreichen.

OTTENSCHLAG 4. DEZEMBER 2010
Impressionen

Karl Rachbauer

Gerhard Rester

Hans Molcik

Es war einfach ein Schlittenhundefest, bei dem alle auf ihre Rechnung kamen. Auch Martin Jemelka, der mit zwei Hirtenhunden und einem Passagier am Start war.

Krönender Abschluss war der Schneeschuhsprint. Aus der Not heraus geboren, da viele Läufer und Biker mit einem Hund nichts mit Langlaufskiern und Schlitten am Hut haben, wollten wir es einmal versuchen.
Gleich vorweg. Diesen Bewerb werden wir zukünftig bei all unseren Veranstaltungen anbieten.
Mit acht Teilnehmern war es zugleich die stärkste Kategorie.

Auch hier der Spaßfaktor grenzenlos und das Lachen auf den Gesichtern beim Zieleinlauf war Bestätigung, dass wir wieder eine gute Idee umgesetzt und verwirklicht haben, die hoffentlich viele Nachahmer finden wird.

Am Nachmittag überreichte uns Gerhard Oberkofler 45 neue Vereinsjacken, die zum größten Teil von seiner Firma ALP-IN SPORT,von HUSKY und OUTDOOR FIT.AT gesponsert wurden. Die Jacken, die einen Verkaufswert von 350 Euro haben, verleihen uns nicht nur bei den kommenden Weltmeisterschaften ein einheitliches Erscheinungsbild, sondern sind auch weithin sichtbarer Ausdruck der Gemeinschaft und Zusammenarbeit im Verein.

 

Unser spezieller Dank gilt Gerhard Oberkofler, den wir hoffentlich bei dem einen oder anderen Rennen bald wieder begrüßen dürfen.

Danach ging es gleich weiter. Kinder der Volksschule Ottenschlag hatten Bilder zum Thema Schlittenhunde gemahlt. Sie wurden in einem Gespann ums Stake Out geführt, eigentlich nur um die Zeit zu verkürzen, denn bei Einbruch der Dunkelheit hatte sich der Nikolo angesagt.

     

Als dann das Lagerfeuer brannte, Lieder gesungen wurden, ließ er sich es nicht nehmen, mit einem „verzauberten“ weißen Hundegespann vorzufahren und den anwesenden Kindern kleine Geschenke zu überreichen.
Eine Aktion, bei der wir mit den Verantwortlichen in Ottenschlag durch die gelebte Gemeinschaft und in tiefer Verbundenheit etwas von uns zurückgeben konnten.

Der Musherabend fand, wie schon gewohnt und mittlerweile ein guter Grund, an unserem Rennen in Ottenschlag teilzunehmen, beim Schnitzelwirt Thomas Völker statt. Zugleich war dies auch unsere Weihnachtsfeier. Eingeladen waren natürlich alle Musher und auch hier stellte sich der „Heilige Nikolaus-Ernst“ mit einem kleinen Geschenk für alle Teilnehmer ein.

Den besinnlichen Teil übernahmen Maria Steffelbauer, die Geschichten und Reime vorlas, so wie unser Freund Paul van Es, der mit seiner Gitarre Weihnachtslieder intonierte.

Irgendwann neigte sich dieser Tag dem Ende zu und alles war gut gegangen. Letztendlich hat auch am Sonntag alles geklappt.
Durch unseren Partner „Die Käsemacher“ ging bei der Siegerehrung keiner leer aus. Alle Teilnehmer erhielten  Schmankerln, die nach bewährter Tradition und mit viel Liebe und Leidenschaft im Natur belassenen Hochplateau des Waldviertels produziert werden.
Bei der Siegerehrung, die von Bürgermeisterin Christa Jager vorgenommen wurde und von der wir die Prolongierung der Veranstaltung fürs kommende Jahr erhielten, konnten wir uns noch bei den vielen Helfern bedanken. Stellvertretend für alle möchten wir uns ganz besonders bei Alfred und Thomas Völker, Richard Fischer und ganz besonders bei Christian Bock bedanken.
Wir freuen uns schon aufs kommende Jahr, in der Gewissheit, dass mit den Ottenschlagern nichts unmöglich ist.
Mehr Fotos zu dieser Veranstaltung findet ihr auf unserer Homepage
www.schlittenhundesport.at
Text
klausbäumel

 

 

                                              


Zu den Fotos

Ottenschlag

Siegerehrung